Das Konzert in Zürich im Komplex 457 ist vorbei und mittlerweile sitz ich vor meinem Reciever, der am Fernseher angeschlossen ist und warte darauf, dass ich erstens verstehe wie das Ding funktioniert und zweitens dass der Sendersuchlauf sich in Bewegung setzt. Warten ist auch ein gutes Stichwort für die Fleet Foxes, die ich mit großer Begeisterung erwartet habe und auf die ich mich irre gefreut hab. Die bärtigen Männer endlich live on Stage sehen, jep, das war das Ziel. Eigentlich wollt ich das schon im Mai in Berlin machen, aber das Schicksal ist halt manchmal arschlochmäßig unterwegs und hat mir nen Strich durch die Planung gemacht. Deswegen hoffte ich das Erlebnis in Zürich nachzuholen.
Mehrmals umsteigen in den VÖs und dann endlich vor der Halle stehen, viele Menschen sehen, Jacke abgeben, ein nettes Bier (umgefüllt von Flasche in Becher) schnappen und in die Halle gehen.
Irgendwann kamen dann auch die Herren aus Seattle aus dem Backstage auf die Bühne und das Erlebnis konnte beginnen. Im Hintergrund ein sich drehender Sternenhimmel und davor sechs Männer, die in ihren Kamotten auch in einem Wald bäume fällen könnten. Unglaublich tolle Männer. Zu sehen waren sie während der ersten Lieder nicht … zu hören leider auch nicht.

Anfangs denk ich mir bei nem schlechten Sound aufm Konzert immer, das wird noch besser, auch die Menschen, die am Ton stehen, müssen doch checken, dass das Scheiße klingt: die Instrumente viel zu laut und die Stimmen viel zu leise. Da ist nix mit Gänsehaut und Funken, der überspringt und die Menge zum Beben bringt. Nee, da ist nix.

Ohropax wären hier nur ein Hindernis gewesen und hätten noch mehr vom Sound genommen. Leider hat das nicht nur das Publikum gemerkt, sondern auch der Robin Packnold, der sich wahnsinnig abgemüht hat, ein gutes Konzert auf die Züricher Bretter zu legen. Er ist fast wütend geworden und noch wortkager als bei anderen Konzerten gewesen (= Ergebnis einer Umfrage, die jedoch nicht repräsentativ ist). Einige Highlights gabs trotzdem, die Videoprojektionen im Hintergrund, mit netten 70er Jahre LSD-Motiven und der Ausblick auf die nächste Platte mit dem neuen Song „I Let You“.

Die Aussichten sind nicht schlecht, aber die Band offenbar ziemlich ausgebrannt. Wäre ich für die medizinische Versorgung der Herren zuständig, würde ich ihnen mindestens ein Jahr Auszeit verschreiben (in der sich auch nach besseren Tontechnikern Ausschau halten sollten). Die brauchen sie sicher, um genügend Kraft zu tanken und dann wie Phoenix aus der Asche wieder auf zu steigen und um Funken zu versprühen.

So, hat das Warten um die Füchse ein komisches Ende genommen und mit dem doofen Reciever hier auch. Diese komische technische Welt… aber wer braucht schon den blöden Fernseher, wenns Rechner, Internet, Smartphones, Bücher, Radio und MP3s gibt?

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On the road again…

23. November 2011


Nach einer minimalen Pause von nem halben – fast dreiviertel Jahr – begeb ich mich wieder auf die Reise. Da ich mir endlich ein richtiges Smartphone zugelegt habe, nachdem ich mein geliebtes Nokia im Klo versenkt hatte, ist es auch kein Problem mehr aus dem Zug oder nem Cafe oder vom Telefonfriedhof aus zu bloggen. Allerdings hab ich noch nicht ganza gecheckt, wie ich bei dem guten Stueck Umlaute und Aehnliches einstellen kann. Nun gut,vielleicht find ich es auf meiner Reise zu den Fleet Foxes in der Schweiz raus.


Noch bevor ich den jungen Herren aus dem letzten Artikel vor meinem (wie heißt es doch so schön) handhold Minirecorder hatte, traf ich eine Hamburger Ikone, zumindest ist er das für mich: Clickclickdecker.

Der Mann der intelligenten Texte, die ohne Umwege das Getriebe treffen, bei denen es am Ende schwer fällt all die Bilder in eigenen Worten wiederzugeben. Diesem Herren sollte ich also begegnen. Wahhh! Hatte ich mir das richtig überlegt? Sollte ich nicht doch einige Stunden vorher einen Rückzieher machen, weil die Fragen, die mir bis kurz vor knapp durchs Hirn flatterten zu naiv und undurchdacht klangen? – Nein, feige sein is nicht, außerdem wollte ich mich selbst davon überzeugen, wie albern und doof er in nem Interview sein kann. Was diesen Punkt betrifft, muss ich erwähnen, dass eine Kollegin den Kevin Hamann, wie er ja mit bürgerlichen Namen heißt, einige Monate zuvor in der Kombination mit der Tante Renate interviewt hatte und nur alberne, unbrauchbare Antworten bekommen hat. „Hm“ dachte ich mir „dann krempel ich mal die Ärmel hoch und stell ihm wahnsinnig seriöse Fragen, die nicht die Spur einer Albernheit zulassen könnten“. Wie immer bedarf es da natürlich der geübten Recherche, bei der ich folgende Clips fand:

Woah, nach den Clips wurde mir schlecht. Auf einmal wußte ich, welche Fragen ich nicht stellen möchte. Osten, über die Grenze, Westen, neues Leben – nein, das wollte ich nicht thematisieren. Plötzlich waren sie vom Tisch die Gedanken des verbalen Schlagabtauschs und das Interesse an dem Mann, der hinter der Musik steckt, war da. Plötzlich war mein Anspruch an das Interview: Ich will wissen wie der Typ tickt. Prinzipiell ist es doch interessant, dass er Radio macht, mit Bratze die Ravepunkschiene bedient, bei Ludgar den Punk raushängen lässt, mit My first Trumpet wunderschöne Instrumentalteppiche zaubert und mit Clickclickdecker den seriösen Intellektuellen gibt. Klingt nach ner schizophrenen Persönlichkeit gepaart mit Hyperaktivität. Aber es fügt sich alles wie die kleinen Puzzleteile, die früher über den Boden verstreut im Zimmer lagen, zusammen … öhm, wenn die Teile dann wieder geordnet im Kasten lagen und ich wirklich den Anspruch hatte aus den 1000 Teilen ein Bild zu schaffen (GEschafft, hab ich das allerdings nie). Wie auch immer, sind wir doch mal ehrlich, wir haben alle verschiedene Seiten und Interessen. Ein Musiker eben auch! Und so auch Clickclickdecker.
Nachdem ich den Sternenstaub vom Herrn Hamann meiner Vorstellung geputzt hatte und er einfach „Mensch“ in meiner Vorstellung wurde, kamen dann wirklich die seriösen Fragen zu Hamburg, zu ByteFM, zu Audiolith, zum Singer-Songwritertum. Prima, damit machte ich mich auf den Weg zum Interview … nein nicht rückwärtslaufend.


Vor einigen Wochen hatte ich die ehrenvolle Aufgabe die Ansagerin für musikalische Acts zu sein. Sehr sehr schöne Veranstaltung, angenehmes Ambiente … ja, fast schon familiär. Is klar, dass ich mich ordentlich auf das Ganze vorbereitet habe und natürlich zumindest einen minimalen Einblick in die jeweilige Musik hatte. Schon komisch, da mal ich mir Bilder von den Menschen, die da zur Gitarre greifen, am Mikro stehen oder ins Schlagzeug prügeln. Und dann kommt er, der Moment der Realität, der dann zeigt, dass doch alles gaaanz anders ist. *flupp* Da geht sie kaputt, die Seifenblase, die ich mir selbst zurechtgeschneidert habe, öffnet mir die Augen und ich höre die Stimme meine Oma im Hinterkopf „Mach doch mal de Ochn off“. Ja, sie war gelegentlich hart, meine Kindheit. Aber zurück in die Realität, wo ich mir zunächst die Musik und die Onlinepics des Bayreuther Künstlers Capote angehört + betrachtet hatte.

Die Texte hab ich überwiegend überflogen, schließlich musste es schnell gehen, und muss wohl die Altersangabe übersehen haben. Deswegen stellte ich mir bei der Stimme und den Bildern einen Mann Anfang/Mitte Dreizig vor, der leicht gebrochen wirkt, etwas enttäuscht von der Welt, aber auf dem Weg der Besserung. Wird wohl interessant werden und packte auch zur Sicherheit, um den interessanten Herren audiodigital festzuhalten, ein Aufnahmegerät in die Tasche.
Am frühen Nachmittag kam ich an der Location an. Völlig desorientiert und wirr betrat ich das Gebäude und mein Hirn wurde von einer kompletten Reizüberflutung in Besitz genommen *Buff, Doing, Bang* Woah, wer kann mir hier bitte weiterhelfen??? *DANGER DANGER, ohne Frischluft läuft hier nix. Frischluft, sofort*
Ok, zum Glück trat ich vor der Tür auf eine Bekannte, egal, ob sie im Gespräch war oder nicht: bitte mal kurz beistehen. Zigarette gefunden, Feuer geborgt und durchatmen. Neben ihr stand ein junger Herr, der meinte Musiker zu sein.“Aha, was machst du denn so für Musik?“ – „Hm, ich tret nachher auf der Singer/Songwriter-Bühne auf“ – „Singer/Songwriter … wirklich? Die moderier ich doch an. Wer bistn du?“ – „Ich bin Capote!“
*flupp* Hatte ich erwähnt, dass Vorstellung und Realität manchmal verschiedene Wege gehen? – Vor mir stand nicht der gebrochene Mann Anfang/Mitte Dreißig aus meiner Vorstellung, sondern ein Anfang Zwanzigjähriger, groß gewachsen, etwas harger, aber sehr jung ausschauend. Seine Musik ist aber eher das Gegenteil: manimalistische Instrumentierung, einfallsreiche, kreative Texte und eine Stimme, wie ein junger Gott. Is klar, dass es sich bei diesem Mann so verhält wie bei den meisten Künstlern: auf Platte ok, aber live der Hammer. Deswegen war das Interview nach dem Konzert ein absolutes MUSS.

Erst mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen später hab ich dann ein YouTube-Video gefunden, bei dem ich auf jeden Fall bemerkt hätte, dass der Herr Capote noch nicht so alt ist, wie er auf Bildern ausschaut … Oh Boy, Videos lügen halt nicht. Photoshop kann eben jede_r!!!


Schön wars, entspannend und auf eine sonderbare Weise berauschend, das gestrige Konzert von Iron&Wine. Alles begann mit einem unglaublich dunkelm Sall, in dem zwei Spotlights auf die Bühne gerichtet waren und außer den Scheinwerferlichtern nur die Displays auf dem Mischpult zu sehen waren. Im Bühnenlicht stand eine Frau, mit einer Gitarre in der Hand auf der sie mal ruhig mal leiser ihre herzzerreißenden Lieder über die Liebe und das Leben sang. Wow! Das war Musik, die weh tut, aber gleichzeitig dieser bestimmte Schmerz ist, dem es nicht übel genommen werden kann, dass er da ist… Erst nachdem die Dame als Vorprogramm schon längst nicht mehr auf der Bühne stand und in der Pause ein kurzer Abstecher zum MErchendise-Stande obligatorisch dazu gehört, war klar: Tift Merritt … Nur leider gibt es keinen YouTube-Post, der ansatzweise die Stimmung überbringen kann, außer dem Stückl Country hier:

Die Pause war auch super, um näher an die Bühne zu kommen. Nein, nicht, weil es so grundlegend essentiell ist, dem Sam Beam mal direkt ans Hosenbein zu fassen oder einen seiner Schuhe zu erwischen oder wohlmöglich von ihm getreten zu wenden, sondern schleichtweg aus dem Grund, weil ich sonst nix gesehen hätte. Und es waren verdammt viele große Menschen im Publikum – ja, Neofolk-Fans sind eben riesig! Dieses Licht hätte mir eigentlich schon beim Port O’Brien-Konzert aufgehen müssen. Warum das so ist, werde ich dann in einem der nächsten Beiträge mal ergründen.
Zurück zum Geschehen: eines der wichtigsten Dinge eines Konzertes ist es, nicht nur zu tanzen, sondern auch ein Stückl der Bühne zu sehen, um vollends in die Musik abzutauchen. Deswegen Blick in Richtung Bühne. Und dann endlich kamen drei Männer und eine Frau auf die Bühne. Sam Beam schien irgendwie erwachsener geworden zu sein, mit seinen kurzen Haaren und dem kürzeren Bart. War er das wirklich?

Kleine Scherze und Flirts mit dem Publikum, Klampfe in die Hand und los gings. Und da war der Beweis! Die Stimme ist unverkennbar. Die konnte nicht irgendwem gehören. Das war Iron&Wine! Man/frau kann sich dem Ganzen kaum entziehen, sie zieht wie ein Strudel, ein Sog und lässt nicht los. Eintauchen, abtauchen, bitte jetzt!

„Naked as we came“ war der Opener des Abends und durch eine wunderbare weibliche Backgroundstimme in pures Gänsehautfeeling getaucht (im positiven Sinn natürlich). Danach folgten noch so einige ruhige Songs, die die nur die Eröffnungsstücke des Konzerts, sondern viel mehr Türöffner in eine angenehme Welt waren. Das Springen und Tauchen in den Musikfluten begann und wurde fast zur Reise durch verschiedenste Welten, die auch durch das passende Lichtarrangement im Hintergrund erzeugt wurden. Das hier auf der Bühne war nicht nur einfach Folk oder Neo-Folk, zu dem Iron&Wine ja eigentlich zählt. Hier waren Post-Rock-Szenen, Drum’n’Bass-Beats und lateinamerikanische Rhythmen auf der Bühne. Unglaublich! Wie konnten diese Menschen die Songs, die doch als ruhige traurige Lieder von den alten Platten bekannt waren, so umgestalten? Hüften bewegten sich, Hände klatschten aufeinander, Jubelrufe … War das hier wirklich ein Iron&Wine Konzert? Hm, leider bleibt diese heiße Stimmung nur in der Erinnerung, denn alles was ich im Rückblick zum Konzert finden konnte, ist eine eher lame Performance der aktuellen Single „Tree by the Water“, die ich ehrlich gesagt weniger bedeutend finde und den gestrigen Abend nicht mal ansatzweise ins richtige Licht rückt.


Nur Konzerthinweise geben wäre langweilig und deswegen, geh ich nun mal selbst zu einem der Tipps. Spätestens seit dem ich den Film Garden State gesehen habe, findet immer wieder ein Song von Iron&Wine, der laut Perso Sam Beam heisst, den Weg in meine Playlisten. Eigentlich ist der Film in musikalischer Hinsicht eher eine Homage an The Shins, aber mal ehrlich, so richtig touchy ist doch das Cover von „such great heights“ – auch wenn das original noch mehr rockt.

Aber um richtiges rocken geht es ja bei Folkmusic nicht, sondern um … ja, um was eigentlich? In instrumenteller Hinsicht geht es laut Wikipedia um „Melodien und Texte traditioneller, volkstümlicher Musik werden neu arrangiert oder stilistisch nachgeahmt. Die Instrumente sind meist traditionelle akustische Instrumente wie Fiedel und Dudelsack“ – Oehm, nö! Das tifft ja nun so gar nicht auf die Iron&Wine Musik zu. Weder Dudelsack, noch Geige oder Fidel sind hier zu hören. Sicher ist nur, dass die Gitarre immer dabei sein sollte.

Auch die Texte von Iron&Wine sind keine traditionellen Texte oder gar Interpretationen. Es sind Geschichten, die durch eine Begebenenheit oder einen Zeitungartikel angestossen wurden (so stell ich mir das zumindest vor) und dann weitergesponnen aka entwickelt wurden, Melodie drunter und fertig! – So wie das doch alle Musiker_innen machen, oder? Manchmal sind diese sehr abstrakt und mit vielen Bildern versehen, bei denen der Durchblick schwer fällt, weil die Hintergründe einfach mal unbekannt sind. Und dann, dann gibt es aber auch Song, die einen klitzkleinen Moment des Alltags beschreiben, nur ein Bild sind, eine Situation – Leben eben.

Ich bin gespannt wie diese musikalischen Geschichten auf der Bühne erzählt werden und habe mir absichtlich zuvor keine Videos von Liveauftritten angeschaut. It would be a surpise! Ob gut oder weniger gut weiss ich noch nicht, also to be continued…


Prosit Neujahr ist an dieser Stelle wohl zunächst angesagt und die Hoffnung für euch mit einem rauschendem Fest das neue Jahr begrüßt zu haben … oder eben wie ihr es denn mögt. 2011 steht nun auf dem Kalender, den ihr jetzt bitte zücken solltet, denn in diesem Jahr sind so einige grandiose und durchaus auch legendäre Bands auf Tour durch die deutschsprachigen Gebiete, die – woohoo – so einige Bühnen und Herzen rocken werden. Damit’s nicht unübersichtlich wird, geb ich euch nur einen Einblick in die kommenden drei/vier Monate. Die genauen Tourdaten zu den Bands findet ihr jeweils, wenn ihr auf die Links klickt.

Den Anfang macht Ende Januar der Londoner James Yuill, der mit all seinen Computern, seiner Videoshow und nicht zu vergessen, seiner Gitarre durch die Lande zieht und gleich neun mal in Deutschland zu bewundern ist.
Das Ganze wird dann wohl ungefähr so ausschauen … bleibt nur die Frage, ob man wirklich tanzen würde oder sich nen Stuhl fürs Popöchen wünscht:

Wer von euch den unglaublichen Post-Rock der Herren aus Leeds von iLiKETRAiNS sehen möchte, sollte sich allerdings sehr beeilen, weil deren Konzertreihe bereits am 17. Januar in Heidelberg beginnt und dann über Münster, Köln, Hamburg, Dresden und Frankfurt nach München führt. Auch wenn die Herren erst seit 2008 gemeinsame Sache machen, sind hier Soundteppiche und eine düstere Stimme, die ins Herz geht angesagt. Wow, live sicher ein großes Erlebnis.

Sam Beam kommt aus den USA, um genauer zu sein aus Florida und unterrichtete bis vor einigen Jahren an der University of Miami Film und Cinematographie. Wenn er zur Gitarre greift und auf die Bühne geht, ist er dann nicht mehr der Herr Beam, sondern Iron&Wine und einer der besten, größten und genialsten Singer/Songwriter, die es seit diesem Jahrtausend gibt. Er hat es nicht nur gewagt den großartigen The Postal Service-Song „Such Great Heights“ zu covern, sondern auch noch schöner zu arrgangieren … eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Im Dezember hat der Mann mit dem Vollbart und den langen Haaren eine neue EP rausgebracht, die an manchen Stellen durchaus an den James Yuill erinnert, aber den Iron&Wine-Charme nicht verloren hat. Hut ab und Bühne frei für Sam Beam aka. Iron&Wine, der Anfang Februar durch die Lande ziehen wird, unter anderem auch mit diesem Song:

Ungefähr zur gleichen Zeit sind die vier amerikanischen Indie-Rocker der Cold War Kids auf guten Bühnen des Landes zu sehen. Auf dem College getroffen, machen die Jungs seit 2004 zusammen Musik. „We used to vacation“ war sowas wie ein Hit der Boyz, was es durchaus ins die Indie-Charts geschafft hat. „Mine is yours“ heißt ihr akutelles Album. Ein Favourit von mir ist allerdings ein älteres Kaliber aus dem Jahr 2007 … totzdem wunderbar.

Maria Taylor und Orenda Fink sind zusammen das Duo Azure Ray und werden, all jene, die mögen mit ihren elfenhaften Stimmen verzaubern. Nachdem die zwei jeweils Soloplatten veröffentlicht haben, sind sie jetzt wieder gemeinsam unterwegs und haben im letzten September ihr fünftes Album namens „Drawing Down the Moon“ veröffentlicht, das ganz gut als Schmusimusi-Platte durchgeht. Tja, und ist es nicht ein Wahnsinnszufall, dass die beiden am 14.02. – Valentinstag – in Berlin sind. Davor waren sie dann aber schon in Hamburg und auf den Hauptstadtgig folgen sechs weitere Auftritte zum Träumen und Dahinschmelzen … hier kann man sich allerdings auch nur wünschen, dass das Ganze ein Sitzkonzert wird.

Ähnlich süß und schnuckelig ist Lykke Li, die allerdings erst im April für vier Termine nach Deutschland kommt. Die Termine passen dann auch haargenau zu ihrem neuen Album (ihrem zweiten Werk), das am 2. März in die Plattenregale kommen wird und auf den Namen „Wounded Rhymes“ getauft sein wird. „Get some“ ist ihre erste Singleauskopplung und gibt schon mal einen Einblick wie verwundet die Rhythmen der Schweden sein werden.

Hüften schwingen sit auch ein gutes Motto bei Jamaica. Nein, kein Reggae, sondern zwei leicht verwirrte Franzosen namens Antoine Hilaire und Florent Lyonnet, die durchaus Tanzflächen brennbar machen. WEr nicht extra bis nach Paris reisen möchte, um sich ein Live-Bild der Indie-Popper zu machen, hat vom 18. bis zum 24. Februar die Chance auf mehrere Shows in Deutschland.

Für insgesamt nur drei Gigs sind Kanadier von Wintersleep in Germany. Stuttgart, Wiesbaden und Erlangen stehen auf dem Plan. Ihr aktuelles Album „New Inheritors“ holt zwar niemanden vom Stuhl, dafür ist der Vorgänger „Welcome to the nightsky“ um so hörenswerter – also wenn ich da mal aus Erfahrung sprechen darf: auch live. Die Männer sind wunderschön und der Drummer am Ende immer mega durchgeschwitzt … auch wenn in Gefahr jetzt sexistisch zu wirken, aber … welch Augenweide.

Februar scheint wirklich ein guter Monat für Konzerte und ein schlechter fürs Konto zu werden, denn die ehrwürdigen Band of Horses sind dann ganze vier Mal hier zu sehen, die zwar mit „There’s a ghost“ bekannt wurden (den wunderbaren Song haben ja auch die Shout Out Louds gecovert), aber noch viel mehr zu bieten haben, wie beispielsweise:

Und im März sind auch sie da, die auf dem Olymp des Post-Rocks stehen und ihre Hymnen in die Welt schmettern: Mogwai. Der Name leitet sich aus dem Chinesischen ab und bedeutet ungefähr so viel wie „dunkler Geist“ oder „böse Seele“. Aber das ist genau der Ort an dem sie kratzen, an der Seele und den Geist bringen die Schotten mit ihrer Musik in Bewegung. Ähnlich wie bei Sigur Ros wünsch ich mir dann auf dem Boden zu liegen und so das Konzert zu erleben … nur leider finden die fünf Gigs in Halle statt und nicht OpenAir. Nun gut, dann eben drinnen. (Ach und sorry, dass das Video nur der RMX ist, aber der ist nun mal noch besser)

Wer von euch den Rock lieber anzieht statt zu ihm zu tanzen, dem seien die Großmeister des Acid Jazz empfohlen: JAMIROQUAI!!! Für fünf Konzerte lassen sich Jay Kay und Bandkollegen – die wahren lebenden Götter der funky Musik – auf deutschen Boden nieder und bringen Hallen zum beben. Ja, leider keine kleinen Clubs, sondern eher die großen Nummern, zu denen auch die Nerds gehen, die Jamiroquai von VIVA – also wenn die mal Musik spielen – kennen – ok, einige Videos sind auch Videomusikgeschichte wie Cosmic Girl oder Virtual Insanity. Aber sind wir doch mal ehrlich, die Musik … die Musik ist einfach immer wieder unbeschreiblich funky. Die Herren kennen und können ihr Handwerk, hier gehen die Funk-Herzen auf.

Einige Empfehlungen sollen an dieser Stelle nur erwähnt werden, wie die Tour der Last Days of April im Januar oder von Those Dancing Days im Februar/März oder von Rise Against im März oder aber von … And You Will Know Us By The Trail Of Dead im März/April.
So wie immer wird also im Winter so einiges auf den Bühnen zu sehen und zu hören sein. Sicher habe ich bei diesem Überangebot einige gute Bands vergessen. Dann hiermit die Bitte, dass ihr diese doch noch in den Kommentaren hinzufügt. MERCI – wir sehen uns vor der Bühne!

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