Es ist erst Mai, aber die eigentliche Überraschung des Jahres schwebte bereits im Oktober des letzten Jahres in meine Ohren.  Sensationell, aber im ersten Moment als ich „Down On My Couch“ komplett gehört habe, war klar, musikalisch wird das neue Jahr also keine Überraschungen mehr haben, zumindest wird mich nix so sehr vom musikalischen Hocker werfen wie Me And My Drummer. Die Charlotte und der Matze haben wirklich alles richtig gemacht und ihrer Plattenfirma geraten, dass sie folgenden Song doch als ersten in die Radiowelt hinaus geben sollten…

Unglaublich ist auch, dass dieser Song als kostenloser Download auch dem Rest der Menschheit zu Verfügung stand. Halleluja! Diese Menschen nicht näher zu ergründen wäre extrem schade und zufälligerweise hat alles mit Interviewanfrage für Anfang Feburar 2012 geklappt. Die Recherche zum Interview erschien da weitaus schwieriger und ergab oberflächlich betrachtet … NIX! Naja, nicht viel. Ok, dann dacht ich mir, lernen wir eben die Beiden kennen, schließlich bracht die Google-Anfrage erst auf Seite 7, dass die beiden in Berlin wohnen … Wahnsinn :/

Woah, Berlin … hm… aber um das hier mal zu unterstreichen, Berlin ist nicht die Stadt, in der sich Menschen begegnen. Das klappt immer noch am besten in der Provinz. Berlin kommt immer danach.

Me And My Drummer ist ja von instrumentaler Seite her nix neues, die Dresden Dolls habens vorgemacht. Aber auch Charlotte hatte vor wahnsinnig langer Zeit eine ähnliche Formation und nicht nur, dass sich Charlotte die Dreads abgeschnitten hat, unterscheidet sie und die Musik von heute.

Dass Me And My Drummer was gaaanz eigenes sind und unglaubliche Musik machen, zeigte spätestens ihre zweite Singleveröffentlichung…

Auch die Ursprünge zum Sound bzw. ihre jeweilige musikalische Vergangenheit ist bei Matze und Charlotte sehr unterschiedlich und ist vielleicht der Grund für ihren sehr eigenen Sound.

Aber statt zu protzen, machen sie alles richtig. Understatement ist bei den Beiden an der Tagesordnung und macht sie wirklich sympathisch und herzlich. Sie sprechen gern über Musik im Allgemeinen und zeigen auch, dass es gar nicht so easy ist, zu zweit Musik zu machen…

Problem? Wirklich?

Und wie sympathisch sie sind zeigen einfach mal ihre Beschreibungen, wie stolz sie auf ihr erstes gemeinsames Album sind.

Produziert wurde das Album aber nicht mit irgendwem, sondern wohl einem der derzeit anspruchsvollsten Indieproduzenten, die die Hauptstadt zu bieten hat: Tobias Siebert. Und kurz bevors wieder raus in die dunkle Stadt geht (ACHTUNG, Interviewzeitpunkt = Februar 2012, da war es um 18h abends schon dunkel), zeigt Charlotte, was ein guter Produzent zu zaubern vermag…

Mittlerweile dürfen nicht nur die Familienmitglieder von Charlotte und Matze die Platte hören, nein, seit gut zwei Wochen findet ihr „The Hawk The Beak The Prey“ in jedem gut sortierten Internet … aber hey, live … live sind sie, kaum zu glaub, NOCH besser!!!


Hallo liebe Leser_innen,

eigentlich sollte das Interview von Dan Mangan schon lääängst online stehen, aber WordPress hat uns da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und den Audioupload kommerzialisiert. Das kann in der Zukunft zur Folge haben, dass wir die digitalen Koffer packen und umziehen. Im Moment sind wir aber auf Soundcloud ausgewichen und laden dort unser Files hoch. Dort könnt ihr auch noch mehr Ausschnitte aus den Interviews hören als hier. Schaut einfach mal vorbei unser Username ist textundton_der_blog.


Zu diesem Interview war ich nicht allein unterwegs, sondern mit einem großartigen Kenner der Folkmusik-Szene, der viermal pro Woche auf Konzerten herumspringt und selbst auch in zwei großartigen Bands spielt. Zu zweit waren wir auf dem Weg zum Gespräch, unterhielten und schon im Auto über unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben, also dass Menschen unterschiedlich ticken und welche Songs vom Dan Mangan die besten sind (an dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass es da kein richtig oder falsch gibt)

Pünktlich wie die Maurer liefen wir am Venue (wie man so schon neudeutsch im Bizzz sagt) ein. Doch da das Management zu unerbittlich war und den Terminkalender der Band vollknallte, mussten wir dann doch noch 45 Minuten warten, bis der Soundcheck zu Ende war. Ziemlich fertig, aber dennoch freundlich und strahlend, nahm sich dann der DAAAN Zeit für uns…im T-Shirt … ohne Karohemd. Merkwürdig! Deswegen auch gleich mal die Frage:

Das Karohemd hat er also nicht in der Tasche, dafür jede Menge Wissen. Wissen vom Leben, von Menschen, von Gedanken und Gefühlen. Wo das herkommt? – Ich sag mal: Sozialisation sollte nicht unterbewertet werden.

Es sind die alles entscheidenden Fragen aus „Sophies Welt“, die Dan Mangan nicht nur in seinen Lieder thematisiert, sondern seinen Geist eigentlich ständig beschäftigt: „Wer bin ich?“ und „Was ist das Leben?“  – Diese großen philosophischen Fragen, die eigentlich keiner verallgemeinert beantworten kann, scheinen für Dan ein Motor zu sein, um Teste zu schreiben und diese in Songs zu verpacken.

Da unser ganz persönlicher Konfuzius auch Musik macht, entschieden wir mit dieser wunderbaren Aussage das Philosophieren zu beenden und mal zum Tacheles überzugehen. Kennengelernt haben der Gabor und ich die Musik vom Dan mit seinem zweiten Album „Nice, nice, very nice“, dass mitten in die Seele trifft, schon allein mit seinem Opener

Die Produktion zwischen „Nice, nice, very nice“ und „Oh Fortune“, dem aktuellen Album haben sich allerdings geändert …

War in in den ersten beiden Platten noch ganz auf sich selbst fokussiert, so konnte Dan Mangan mit „Oh, Fortune“ seinen musikalischen Geist erweitern …

Warum das so ist, verstanden wir nicht ganz während des Gesprächs, sondern erst im Nachhinein 🙂

Im Fazit bleibt nach diesem Gespräch zu sagen, dass Dan Mangan ein angenehmer Mensch ist, sehr weise erscheint, obwohl er die Drei Null-Marke noch nicht überschritten hat … allerdings bringt das mit sich, dass für ihn Albernheiten nicht wirklich zünden. Deswegen war diese Frage eher ein Flop

Aber trotzdem, danke Dan!!! Es war schön mit dir, auch als du auf der Bühne standst … wobei der Sound der Location an Verbesserung noch viel, ja sehr viel Raum nach oben offen gelassen hat…Immerhin, die Akustiknummern, berührten dann doch, vor allem das großartige Finale.

Upps, beinah hätt ichs vergessen. Gossip gabs im Gespräch auch noch…


Es gibt sie, die Musik, die in dunklen Momente die Welt noch dunkler erscheinen lassen. Dann dreht er sich wie von allein auf, der Hahn für das Bad im Selbstmitleid. Der süße Schmerz, in dem man kurz badet, um dann doch die verbleibende Energie zusammenzusammeln und erneut durchzustarten „auf zu neuen Ufern“, „auf zu neuen Taten“. Doch bevor dieser Moment kommt, ist herzzerreißende Musik ganz wichtig, das geht vor allem besonders gut an grauen Tagen. Einer dieser Tage ist gerade und die dazu passende Musik kommt von Dan Mangan.

Dieser Mann entspricht komplett dem Stereotyp eines kanadischen Singer/Songwriters. Karohemd, Vollbart, kräftig gebaut und ne Gitarre in der Hand. Dazu sing er seine schmerzenden Songs in seiner tiefen Barritonstimme. Es klingt, als würde da ein Mittvierziger ins Mikro raunzen, aber NEIN! Der Herr Mangan steht gerade kurz vor seinem 29. Geburtstag und kann trotzdem schon sehr sehr weise daher kommen. Gaaanz viele Fragen stellen sich mir da im Kopf, besonders zu seinem dritten Studioalbum, das im Herbst 2011 auf den Markt kam „Oh Fortune“ heißt und gar nicht mehr so Singer/Songwriter-mäßig klingt, sondern ganz gut auch größere Hallen füllen kann.

Außerdem ist der Dan Managan sehr positiv gestimmt im Bezug auf kostenlose Verteilung der eigenen Musik, wie ein Interview aus dem letzten Sommer zeigt.

Wie ein Gespräch mit dem Kanadier außerdem laufen kann, vor allem, wenn man sich auf die Fragen richtig vorbereitet hat und diese nicht nur aus dem Ärmel schüttelt, lest ihr in den nächsten Tagen hier auf Text + Ton.


Na, schön auf der Demo gewesen am Samstag? Ich hoffe doch, zumindest gibt’s nen Daumen nach oben, wenn ihr drüber nachgedacht oder euch mal informiert habt. Very good!

So richtig stehen geblieben sind wir aber nicht auf der Anti-ACTA-Demo, sondern vorm Merch, hinter dem sich der Kevin Devine befand. Kurzer Umriss für die Situation nochmal: Puls am Anschlag. Dass es eine Stufe darüber hinaus gibt, konnte ich mir an dieser Stelle nicht vorstellen.

Wir tingelten zum Backstage vor dem wir wie kleine Groupies peinlicherweise warten mussten. Die Ornder sprangen hin und her, wußten nix so richtig von nem Interview und kamen schließlich doch durch zu dem langen schmalen Raum, in dem einige Stühle und zwei Sofas standen. Auf einem Stuhl am Eingang saß ein wunderschöner Mann, bei dem in mir der Gedanke auf kam: „Hallooo, kennen wir uns nicht?“ Da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht englisch artikulieren konnte, war erstmal schamhaftes Stillsitzen und Warten angesagt. Dann ging die Tür auf und ein mittelgroßer blonder Mann betrat den Raum: Matthew Caws. Sympathisch, um es mit einem Wort zu sagen. Das wird sicher nett.

Die Icebreakerfrage in diesem Gespräch ein Klassiker: Wie is es denn grad so auf Tour?

Ach, auf Tour mit Martin Wenk? Calexico? DING DING DING DING DING!!! – Klar, der gutaussehende groß gebaute Mann, der immer noch am Eingang saß und in irgendeiner Zeitschrift blätterte, das war der Trompeter von Calexico. Is klar, dass er mir bekannt vorkam, schließlich hab ich ihn schon bei mindestens einem Konzert etwa zweieinhalb Stunden mit offenem Mund und etwas Sabber im Mundwinkel angestarrt. Peinlich peinlich, die eigene Oberflächlickiet zu bemerken. Aber zurück zum Gespräch. Schließlich geht’s um Nada Surf und ums Touring. Bleiben wir doch beim Thema und erfahren interessante Details übers Touren durch the USA.

Da mein Englisch ja dann doch um einiges schlechter ist, als ich immer denke, wird das Ende dieser Wahnsinnsgeschichte leider nicht erzählt, sondern, muss offen bleiben 😦 weil ich den Mat einfach mal unterbrochen und abgewürgt hab * Kopfschüttel!* Ist das die Möglichkeit? Hier als der Tipp für Interviews: Immer wissen, was der Andere antworten wird, dann wirds einfacher mitm Verstehen.

Aber wenn die Sympathie da is, wird gern über solche Kleinigkeiten hinweggesehen uuund lieber geschaut, was die Gemeinsamkeiten sein könnten. Ein Blatt vor den Mund nehmen wäre da nicht der richtige Weg … mach ich nicht und der Mat auch nicht.

Es war die Tour zu „If I Had A Hi-Fi“, einem Coveralbum der drei aus New York, deswegen ist die Frage nach den Reaktionen der Künstler_innen, die gecovert wurden nahe, doch im Hintergrund stand Kevin Devine schon auf der Bühne und performte seine Songs, die mir direkt in die Magengrube schlugen (in nem positiven Sinn). Nun ja, da kam er also, der peinlichste Moment in einem Interview, den es je (für mich) gegeben hat … unfassbar!!!

Der Rest des Gesprächs war nett, aber von meinem Blick auf den Boden begleitet. Keine Frage der Matt war wahnsinnig nett und beantwortete alle Fragen als hätte es diesen Zwischenfall nicht gegeben, aber ich konnte es nicht so richtig unter den Tisch fallen lassen. Ich wollte nur noch raus. Luft zum Atmen … Luft für den Kopf … und vergessen, wie die Pferde mit mir durchgehen können.

Nach dem Konzert gabs nochmal eine Entschuldigung und ein nettes Gespräch, zu dem auch der Kevin dazu kam. Als ich ein paar Tage später eine Freundschaftsanfrage von Matt per Facebook bekam, konnte ich mich ein wenig entspannen. Vielleicht wars ja doch nicht ganz so schlimm, wie ich es empfand.

Mittlerweile sind die drei Herren auf drei Länder verteilt. Elliot wohnt in Spanien, Ira in New York und Matt in Cambridge, UK. Sie machen immer noch gemeinsam Musik, die digitale Welt machts möglich, dass sie nicht jede Woche gemeinsam im Proberaum stehen müssen. Sie haben Ende Januar auch erst eine neue Platte veröffentlicht, die wie ein Backflash funktioniert!

Wichtiger Exkurs

5. Februar 2012


Eigentlich würden wir an dieser Stelle zum Interview mit Nada Surf kommen, aber wir müssen euch nochmals vertrösten, weil es manchmal Dinge gibt, die wichtiger sind. Situationen in denen Freiheit und die freie Meinungsäußerung eingeschränkt werden bzw. beschränkt werden sollen, sind immer wichtig und auf diese MUSS hingewiesen werden. Geplant ist eine weltweite Zensur des freien Netzes, das wir im Augenblick noch haben. In den USA wird das Handelsabkommen, bei dem Marken mehr geschützt werden, SOPA genannt. Hier in Europa heißt es ACTA. Was dahinter steckt zeigt folgender kurzer Clip.

Sofern dieses Abkommen auch durch den Bundestag geht und ratifiziert wird, ist das Existieren dieses Blogs und ganz vieler anderer Medien der freien Meinungsäußerung gefährdet. Nein, sagen wirs mal direkt, es wäre das AUS!!!

Ihr versteht immer noch nicht ganz, was das überhaupt bedeutet? Kein Problem, BettinaBlume aus unserem Team hat mit einem Fachmann gesprochen:

Kurze Verschnaufpause. Fassen wir mal polemisch zusammen: Herzlichen Glückwunsch liebe „Contentindustrie“ eure lobbistischen Strategien funktionieren! Die Politik springt auf und sorgt dafür, dass ihr vielleicht bald wieder soviel Geld verschleudern könnt wie in den 90ern. (An dieser Stelle ein kleiner Buchtipp mit „Kill your friends“ von John Niven, der einen überzogenen Einblick liefert.)

Aaaber in Deutschland ist das ja noch nicht verabschiedet…

Wir hoffen, ihr seid nächste Woche am 11.02.2012 irgendwo auf der Straße und engagiert euch…Shoppen in der Fußgängerzone oder Mall zählt allerdings nicht dazu 😉

Herzlichste Grüße von

Text+Ton


Ich gebe zu, diese Wortspiel ist ein Stück weit einfallslos, aber irgendwie drück es das schon aus, wenn ich an Nada Surf denke. Es bedeutet immer eine Rememberance an die 1990er Jahre wie sie wirklich mit Docks, Karohemden und strubbligen Harren und irgendwo läuft dann „popular“

Ich denke außerdem an zauberhafte aber auch sehr poppige Liebeslieder aus der Mitte der 2000er oder auch Songs über Einsamkeit, bei denen (unter uns gesagt) an den ein oder anderen sehr depressiven Sonntagnachmittag auch mal Tränen fließen können.

Vor einer Woche habe ich die neue Platte der Band in die Hände bekommen. Den Track „When I Was Young“ kann man schon jetzt von der Website laden und der führt in eine ganz andere Richtung als die eigentliche Stimmung von „The Stars Are Indifferent To Astronomy“. Schon allein der Opener „Clear Eye Clouded Mind“ pustet einen Musiksturm durch die Ohren. Das Album ist in jedem Fall großartig, so wie die Menschen dahinter und die durfte ich vor eineinhalb Jahren persönlich treffen. Jap, davon hab ich hier nix erwähnt, weils echt schwer ist, sich im Sommer vor den Rechner zu klemmen. Dabei war der Abend mit Nada Surf fast ein bisschen wie ein Sommernachtstraum.
Am Venue, wie man mittlerweile der Veranstaltungsort im Bandmanagement-Slang gesagt wird, angekommen, steuere ich auf den Merch-Stand zu. Oben an der Wand hängen T-Shirts von Kevin Devine, ich wundere mich, warum das so ist und ob ich auch an der richtigen Location bin, steuere auf den Stand zu, da steht ein Typ mit roten Haaren und Vollbart und ein weiteres Mal in meinem Leben wird mir meine Kurzsichtigkeit zum Verhängnis. Ich will fragen, wo ich die Band finde und mir platzt nur heraus: „Hey, your Kevin Devine“. Es ist der Mann, der so wunderbare Songs schreibt wie

Mit meiner Frage an ihn begann ein wunderbarer Sommerabend mit einem der tollsten Interviews und zwei großartigen Konzerten. Dazu kommen wir dann morgen 🙂

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