Woah, wenn Sterne das Highlight sind…

26. November 2011


Das Konzert in Zürich im Komplex 457 ist vorbei und mittlerweile sitz ich vor meinem Reciever, der am Fernseher angeschlossen ist und warte darauf, dass ich erstens verstehe wie das Ding funktioniert und zweitens dass der Sendersuchlauf sich in Bewegung setzt. Warten ist auch ein gutes Stichwort für die Fleet Foxes, die ich mit großer Begeisterung erwartet habe und auf die ich mich irre gefreut hab. Die bärtigen Männer endlich live on Stage sehen, jep, das war das Ziel. Eigentlich wollt ich das schon im Mai in Berlin machen, aber das Schicksal ist halt manchmal arschlochmäßig unterwegs und hat mir nen Strich durch die Planung gemacht. Deswegen hoffte ich das Erlebnis in Zürich nachzuholen.
Mehrmals umsteigen in den VÖs und dann endlich vor der Halle stehen, viele Menschen sehen, Jacke abgeben, ein nettes Bier (umgefüllt von Flasche in Becher) schnappen und in die Halle gehen.
Irgendwann kamen dann auch die Herren aus Seattle aus dem Backstage auf die Bühne und das Erlebnis konnte beginnen. Im Hintergrund ein sich drehender Sternenhimmel und davor sechs Männer, die in ihren Kamotten auch in einem Wald bäume fällen könnten. Unglaublich tolle Männer. Zu sehen waren sie während der ersten Lieder nicht … zu hören leider auch nicht.

Anfangs denk ich mir bei nem schlechten Sound aufm Konzert immer, das wird noch besser, auch die Menschen, die am Ton stehen, müssen doch checken, dass das Scheiße klingt: die Instrumente viel zu laut und die Stimmen viel zu leise. Da ist nix mit Gänsehaut und Funken, der überspringt und die Menge zum Beben bringt. Nee, da ist nix.

Ohropax wären hier nur ein Hindernis gewesen und hätten noch mehr vom Sound genommen. Leider hat das nicht nur das Publikum gemerkt, sondern auch der Robin Packnold, der sich wahnsinnig abgemüht hat, ein gutes Konzert auf die Züricher Bretter zu legen. Er ist fast wütend geworden und noch wortkager als bei anderen Konzerten gewesen (= Ergebnis einer Umfrage, die jedoch nicht repräsentativ ist). Einige Highlights gabs trotzdem, die Videoprojektionen im Hintergrund, mit netten 70er Jahre LSD-Motiven und der Ausblick auf die nächste Platte mit dem neuen Song „I Let You“.

Die Aussichten sind nicht schlecht, aber die Band offenbar ziemlich ausgebrannt. Wäre ich für die medizinische Versorgung der Herren zuständig, würde ich ihnen mindestens ein Jahr Auszeit verschreiben (in der sich auch nach besseren Tontechnikern Ausschau halten sollten). Die brauchen sie sicher, um genügend Kraft zu tanken und dann wie Phoenix aus der Asche wieder auf zu steigen und um Funken zu versprühen.

So, hat das Warten um die Füchse ein komisches Ende genommen und mit dem doofen Reciever hier auch. Diese komische technische Welt… aber wer braucht schon den blöden Fernseher, wenns Rechner, Internet, Smartphones, Bücher, Radio und MP3s gibt?

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