Vorstellung trifft auf Wirklichkeit

4. Mai 2011


Vor einigen Wochen hatte ich die ehrenvolle Aufgabe die Ansagerin für musikalische Acts zu sein. Sehr sehr schöne Veranstaltung, angenehmes Ambiente … ja, fast schon familiär. Is klar, dass ich mich ordentlich auf das Ganze vorbereitet habe und natürlich zumindest einen minimalen Einblick in die jeweilige Musik hatte. Schon komisch, da mal ich mir Bilder von den Menschen, die da zur Gitarre greifen, am Mikro stehen oder ins Schlagzeug prügeln. Und dann kommt er, der Moment der Realität, der dann zeigt, dass doch alles gaaanz anders ist. *flupp* Da geht sie kaputt, die Seifenblase, die ich mir selbst zurechtgeschneidert habe, öffnet mir die Augen und ich höre die Stimme meine Oma im Hinterkopf „Mach doch mal de Ochn off“. Ja, sie war gelegentlich hart, meine Kindheit. Aber zurück in die Realität, wo ich mir zunächst die Musik und die Onlinepics des Bayreuther Künstlers Capote angehört + betrachtet hatte.

Die Texte hab ich überwiegend überflogen, schließlich musste es schnell gehen, und muss wohl die Altersangabe übersehen haben. Deswegen stellte ich mir bei der Stimme und den Bildern einen Mann Anfang/Mitte Dreizig vor, der leicht gebrochen wirkt, etwas enttäuscht von der Welt, aber auf dem Weg der Besserung. Wird wohl interessant werden und packte auch zur Sicherheit, um den interessanten Herren audiodigital festzuhalten, ein Aufnahmegerät in die Tasche.
Am frühen Nachmittag kam ich an der Location an. Völlig desorientiert und wirr betrat ich das Gebäude und mein Hirn wurde von einer kompletten Reizüberflutung in Besitz genommen *Buff, Doing, Bang* Woah, wer kann mir hier bitte weiterhelfen??? *DANGER DANGER, ohne Frischluft läuft hier nix. Frischluft, sofort*
Ok, zum Glück trat ich vor der Tür auf eine Bekannte, egal, ob sie im Gespräch war oder nicht: bitte mal kurz beistehen. Zigarette gefunden, Feuer geborgt und durchatmen. Neben ihr stand ein junger Herr, der meinte Musiker zu sein.“Aha, was machst du denn so für Musik?“ – „Hm, ich tret nachher auf der Singer/Songwriter-Bühne auf“ – „Singer/Songwriter … wirklich? Die moderier ich doch an. Wer bistn du?“ – „Ich bin Capote!“
*flupp* Hatte ich erwähnt, dass Vorstellung und Realität manchmal verschiedene Wege gehen? – Vor mir stand nicht der gebrochene Mann Anfang/Mitte Dreißig aus meiner Vorstellung, sondern ein Anfang Zwanzigjähriger, groß gewachsen, etwas harger, aber sehr jung ausschauend. Seine Musik ist aber eher das Gegenteil: manimalistische Instrumentierung, einfallsreiche, kreative Texte und eine Stimme, wie ein junger Gott. Is klar, dass es sich bei diesem Mann so verhält wie bei den meisten Künstlern: auf Platte ok, aber live der Hammer. Deswegen war das Interview nach dem Konzert ein absolutes MUSS.

Erst mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen später hab ich dann ein YouTube-Video gefunden, bei dem ich auf jeden Fall bemerkt hätte, dass der Herr Capote noch nicht so alt ist, wie er auf Bildern ausschaut … Oh Boy, Videos lügen halt nicht. Photoshop kann eben jede_r!!!

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