Der Bart ist nicht ab, aber kürzer … und die Haare auch

15. Februar 2011


Schön wars, entspannend und auf eine sonderbare Weise berauschend, das gestrige Konzert von Iron&Wine. Alles begann mit einem unglaublich dunkelm Sall, in dem zwei Spotlights auf die Bühne gerichtet waren und außer den Scheinwerferlichtern nur die Displays auf dem Mischpult zu sehen waren. Im Bühnenlicht stand eine Frau, mit einer Gitarre in der Hand auf der sie mal ruhig mal leiser ihre herzzerreißenden Lieder über die Liebe und das Leben sang. Wow! Das war Musik, die weh tut, aber gleichzeitig dieser bestimmte Schmerz ist, dem es nicht übel genommen werden kann, dass er da ist… Erst nachdem die Dame als Vorprogramm schon längst nicht mehr auf der Bühne stand und in der Pause ein kurzer Abstecher zum MErchendise-Stande obligatorisch dazu gehört, war klar: Tift Merritt … Nur leider gibt es keinen YouTube-Post, der ansatzweise die Stimmung überbringen kann, außer dem Stückl Country hier:

Die Pause war auch super, um näher an die Bühne zu kommen. Nein, nicht, weil es so grundlegend essentiell ist, dem Sam Beam mal direkt ans Hosenbein zu fassen oder einen seiner Schuhe zu erwischen oder wohlmöglich von ihm getreten zu wenden, sondern schleichtweg aus dem Grund, weil ich sonst nix gesehen hätte. Und es waren verdammt viele große Menschen im Publikum – ja, Neofolk-Fans sind eben riesig! Dieses Licht hätte mir eigentlich schon beim Port O’Brien-Konzert aufgehen müssen. Warum das so ist, werde ich dann in einem der nächsten Beiträge mal ergründen.
Zurück zum Geschehen: eines der wichtigsten Dinge eines Konzertes ist es, nicht nur zu tanzen, sondern auch ein Stückl der Bühne zu sehen, um vollends in die Musik abzutauchen. Deswegen Blick in Richtung Bühne. Und dann endlich kamen drei Männer und eine Frau auf die Bühne. Sam Beam schien irgendwie erwachsener geworden zu sein, mit seinen kurzen Haaren und dem kürzeren Bart. War er das wirklich?

Kleine Scherze und Flirts mit dem Publikum, Klampfe in die Hand und los gings. Und da war der Beweis! Die Stimme ist unverkennbar. Die konnte nicht irgendwem gehören. Das war Iron&Wine! Man/frau kann sich dem Ganzen kaum entziehen, sie zieht wie ein Strudel, ein Sog und lässt nicht los. Eintauchen, abtauchen, bitte jetzt!

„Naked as we came“ war der Opener des Abends und durch eine wunderbare weibliche Backgroundstimme in pures Gänsehautfeeling getaucht (im positiven Sinn natürlich). Danach folgten noch so einige ruhige Songs, die die nur die Eröffnungsstücke des Konzerts, sondern viel mehr Türöffner in eine angenehme Welt waren. Das Springen und Tauchen in den Musikfluten begann und wurde fast zur Reise durch verschiedenste Welten, die auch durch das passende Lichtarrangement im Hintergrund erzeugt wurden. Das hier auf der Bühne war nicht nur einfach Folk oder Neo-Folk, zu dem Iron&Wine ja eigentlich zählt. Hier waren Post-Rock-Szenen, Drum’n’Bass-Beats und lateinamerikanische Rhythmen auf der Bühne. Unglaublich! Wie konnten diese Menschen die Songs, die doch als ruhige traurige Lieder von den alten Platten bekannt waren, so umgestalten? Hüften bewegten sich, Hände klatschten aufeinander, Jubelrufe … War das hier wirklich ein Iron&Wine Konzert? Hm, leider bleibt diese heiße Stimmung nur in der Erinnerung, denn alles was ich im Rückblick zum Konzert finden konnte, ist eine eher lame Performance der aktuellen Single „Tree by the Water“, die ich ehrlich gesagt weniger bedeutend finde und den gestrigen Abend nicht mal ansatzweise ins richtige Licht rückt.

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