Mir sanns … zwei Autor_innen, vier Hirnhälften, eine Band

20. November 2010


Liebe geneigte Leser_innen,
wie ihr schon richtig bemerkt habt, schreibt hier nicht nur die Frau Blume, sondern auch dermicel. Zwei Menschen, die der pop- und streckenweise auch gitarrenlastigen Unterhaltungsmusik zugetan sind bzw. diese abgöttisch lieben. Anstatt ständig getrennt von einander zu schreiben und zu posten à la Herzblatt, wo die Menschen auch immer nach ihren Reisen getrennt von einander befragt wurden, haben wir uns nun für ein Experiment entschieden. Ja, auch wenn wir nicht in die gleiche Schule gehen oder auf der gleichen Uni sind oder aber Büro an Büro arbeiten, sondern hunderte Kilometer zwischen uns liegen – ja, trotz alle dem haben wir uns für nen Dialog entschieden (kann als Theaterstück mit verteilten Rollen gesprochen werden).
Die erste Band, die wir auf diese vielleicht merkwürdige Weise analysieren sind „You say party!“. Bis Juni 2010 hießen sie „You say party! We say die!“, doch da im April ihr Schlagzeuger verstarb, entschieden sie sich für die Umbenennung. Die ganze Story zur Band könntet ihr euch hier geben.
Zurück zum Dialog. Denn nachdem wir uns für die Band entschieden haben, schickte mir dermicel verschiedenste Videos der Band, die ich unterschiedlich bewertete. den Anfang machte der Ohrenverdreher

Monsters kenn ich sehr gut! Das ist ein Song auf meiner „Sporty“-Liste im mp3-Player. Finds auch ganz großartig. Ein Text, der meine grauen Zellen gut durchschüttelt und zum Tanzen bringt, so wie auch die Musik. Dafür gibt’s nen Daumen nach oben. Tanzbeingeschwinge inklusive!

„Dark Days“ ist der zweite Song, den mir dermicel schickte und den ich zunächst nicht so richtig einordnen konnte, denn ich schrieb: „Ich weiss nicht, aber Dark Days ist mir irgendwie zu oldfashioned. Ich glaub vor sechs Jahren hätt ich noch ganz anders über den Song gedacht, aber jetzt passt er einfach nicht mehr … die Schuhe sind irgendwie zu klein. Kann das leider nicht anders begründen.“ – Liebe Leser_innen, was ich damals zu meinem Dialogpartner geschrieben hab, ist Bullshit. Denn jetzt, ohne jeglichen Stress und frei von Zwängen muss ich zugeben, dass der Song großartiger Pop ist, die Synthies nicht zu oldfashioned, sondern genau richtig und mir der Drive, den der Song mitbringt genial erscheint. Ganz ehrlich: ich möcht am liebsten sofort in mein Auto springen und in die grauen Wolken hineinfahren. Wow! Hm, da zeigt sich doch mal wieder, dass Musik Geschmackssache und abhängig von der Tagesform ist.

Bei „There is XXXX“ wartete ich zunächst darauf, dass jemand singt „Alors on dance“. Eine gewisse Nähe der beiden Songs ist hier nicht von der Hand zu weisen, oder doch? – Zum Glück setzt dann aber nicht irgendeine männliche französische Stimme ein. Allerdings war ich zum Zeitpunkt der eigentlich Diskussionsgrundlage nicht so aufgeschlossen wie jetzt und schrieb: „There is XXXX“ ist offenbar vom gleichen Album wie „Dark Days“ und geht in die gleiche Richtung. Ist halt kalter Pop ohne groß ne Runde Emo zuzulassen. Nicht schlecht für jegliches Tanzbeingeschwinge, aber passt nicht so richtig zum kalten, grauen Herbst, der nun auf dem Balkon wohnt und dran Schuld ist, dass der Baum vorm Fenster so kahl und armseelig ausschaut. Allerdings spätestens im Frühjahr wieder besser zu verdauen … vielleicht auch schon im Winter in irgendeiner Indie-Disse.“ – Hach, was hab ich mir da als Frau Blume wohl gedacht? – Ehrlich gesagt, kann ich vom jetzigen Standpunkt aus meine damalige Meinung überhaupt nicht mehr vertreten *kopfschüttel* wie konnt ich nur sowas schreiben?

„The Gap“ ist der vierte Post von dermicel, der meinen Facebook-Nachrichtenkasten füllte und mich damals wieder in ein positivere Richtung lenkte. Jetzt dear, that’s it. Oja, erfreuen kann der Track mich auch jetzt noch. Hier sind neben den Synthies auch noch die Gitarren zu hören und so ne jugendliche Wut, die einfach mal ins Mikro gebrüllt werden musste. Ja, hier passt auch die Wut über all das, was in diesem Jahr scheiße gelaufen ist, her. Auch wenn Herbst ist, sag ich mit „the gap“-scheiß drauf! Es wird außerdem gebrüllt, um sich ein Stück mehr Platz in der Seele zu verschaffen, der dann bis zum jahresende wieder mit irgendnem Zeugs zugemüllt werden kann. Keine nette Vorstellung? – Aber sehen wirs mal positiv, die Last ist dann an Sylvester nicht mehr ganz so groß.
FAZIT DES TAGES:
„You Say Party“ sind großartig und ich beneide jetzt, nachdem ich das Ganze hier geschrieben habe, den dermicel noch viel viel mehr darum, dass er heute Abend auf dem Konzert der Band ist. Wenn er in den nächsten Tagen davon berichtet, wird es für mich das umdrehende Messer in der Brust sein … oh Mann!

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