Ich glaub, ich hab da was vergessen, oder?

6. Oktober 2010


Um genauer zu sein, hab ich es eigentlich nicht vergessen, nur eben mir die Zeit nicht genommen. Deswegen lag der Blog nun eine Weile brach. Doch heute *taatataadaaa* gibts für Euch endlich die Auflösung, endlich die Beschreibung zum Interview mit Van von Port O’Brien.
Wo waren wir stehen geblieben … Ach, ja, der Van meinte mich zu kennen. Aber, nee, nee, war dann doch nicht der Fall und mein Herz begann wieder zu schlagen. In Vorbereitung auf das Interview waren mir bereits die tragischen Umstände zur Produktion von „Threadbear“, der aktuellen Platte der Band, bewußt. Doch dort in dem kleinen Backstageraum neben Van sitzend, wurden sie auch greifbar. Ich hatte das Gefühl neben einem wahren Menschen zu sitzen, der ehrlich ist und so eine Aura hat, die einfach heftig ist … wie eine Ohrfeige, die nicht weh tut. Ist doch klar, dass da die Frage nach der Wahrhaftigkeit als erste kommt.

Im Prinzip erklären sich heute die Originaltöne von selbst, denn um wahre Songs zu schreiben, braucht man…

Da Van aus Alaska kommt und damit paktisch auf dem Meer, dem Pazifik, aufgewachsen ist, wirds nicht schwierig seine Inspirationsquelle herauszubekommen. Is klar, der O Z E A N ist das. Aber jeder zieht aus einer Inspirationsquelle unterschiedliche Dinge heraus. Für manche Menschen ist das salzige Wasser im Meer eben salziges Wasser, für andere ist es viel mehr…

Wow, was für ein Bild dieser unglaubliche Mann hier zeichnet. Ich glaub zu diesem Zeitpunkt wurden meine Augen glasig und in meinem Kopf schwirrte irgendwo der Wunsch nach Kindern von diesem Mann. Aber ganz routiniert steuerte ich genau in dem Augenblick in dem unser Gespräch persönlich zu werden schien, einen riesigen Fettnapf an, in dem ich meine Füße baden würde… Nicht nur, dass ich meine Frage nicht richtig auf die Reihe bekommen hätte, nein auch ihr Inhalt war unglaublich unglamourös und naiv.

So, here we are – im alten Fahrwasser der nicht endenen Peinlichkeiten. Einfach Welten bringen einfache Menschen hervor? – Hm, da hat mal wieder jemand nicht so richtig nachgedacht. Schnell überspielen und auf den nächsten Fettnapf zusteuern – die Genrebezeichnung. Spätestens seit dem Interview mit Sven Regener sollte klar sein: n Schlagzeug + ne E-Gitarre + n Bass = Rockmusik … Zu dumm nur, dass ich das irgendwie nicht mehr im Hinterkopf hatte.

Naja, immerhin weiß ich nun wie man das Genre „Folk“ richtig ausspricht. Aber loslassen von so nem Thema ist halt schwer. Also bohrt man weiter nach und öffnet eine pandoranische Dose, die lieber geschlossen geblieben wäre, oder nicht?

Puh, akkustisch basierte Musik mit viel Text … das ist doch Folk, oder? Also große musikalische Bretter sind das nicht. Die werden von ganz anderen Leuten produziert…

So was konnt ich bei Port O’Brien noch nicht feststellen, aber Van ist da ein bissl anderer Meinung. Schließlich kann er sich vorstellen solche Songs zu machen … hm, ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen…

Und da war sie, die Stelle, die mich fassungslos machte … Wie bitte?!?

In einem normalen Gespräch, wäre ich an dieser Stelle gegangen. Ich hätte meine Sachen gepackt und wäre wortlos zur Tür hinaus. Eine der genialsten derzeit existierenden Bands nicht mögen? – Ok, die Vorstadtpladde ist nicht so perfekt wie die leuchtende Bibel, aber … woah … mir fehlen die Worte. An solch einer Stelle sollte man sich nichts, aber auch gar nichts anmerken lassen. Nur nicht zeigen, dass gerade dein Musikgeschmack in den Dreck getreten wurde und … ach ja, da war ja noch die Aura. Diese unheimlich angenehme Stimmung im Raum, die durch diesen musikalischen (meinerseits allein angefochtenen und unausgetragenen) Disput nicht angekratzt werden sollte. Also, Blick auf den Spicker und letzte Frage gestellt, die vom durch den kurzen Blick vom Tourmanager durch die Tür mit … nein, keinem Hauch, sondern eher einem Orkan von nervösen Herzklopfen und wahnsinniger Unsicherheit, die plötzlich wieder im Raum war, gespeist wurde.

Na prima, der Sommer ist vorbei und die Band wieder auf Tour. Dann sag ich mal, lassen wir uns doch gern überraschen, welche großartig traurigen Songs auf eine Platte gepresst werden und wie anders die Band dann klingt. Vielleicht hab ich dem Van ja einen kleinen Anstoß gegeben und vielleicht klingt dann Port O’Brien mehr nach der wunderbaren „Neon Bible“ der Arcade Fire … Ironie wär das schon 🙂

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